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Maya, die Spur Indiens - Beiträge zum Verstehen behinderter Welten und einer indischen Heilpädagogik

 
Thomas Friedrich

Maya, die Spur Indiens - Beiträge zum Verstehen behinderter Welten und einer indischen Heilpädagogik
Artikel Nr.: 327
ISBN: 978-3-86585-327-1
ISSN: 1612-2305
Seitenanzahl: 254

Preis: 26,90 EUR
(inkl. 7% MwSt.)

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Inhalt:

I. Wechselspiel indischer Heilpädagogik

Kleines Wissen ist ohne Macht, oder: Nachtstück zu Francis Bacons These
„Namaskar Aloysches“, Prolegomenon indischer Sozialarbeit
Swami Vivekananda und die Erfindung hinduistischer Sozialarbeit
Das sangham-Prinzip einer landverbundenen Heilpädagogik
Sozialmedizinische Einseitigkeiten indischer Heilpädagogik
Arbeitsmaterialien indischer Heilpädagogik
Selbsttätige Erziehungsversuche im dörflichen Indien – Vermerk zu Vinoba Bhave
Narrative Spuren zwischen Agrarhochland und Waldgebirge - ein südindischer Handlungsansatz der empowerment-Orientierung
Heilpädagogische Praxis 1: eine Dalitschule in Tamilnadu
Heilpädagogische Praxis 2: Crutch-Office in Kotagiri, eine ländliche Behindertenhilfe im südindischen Nilgiri-Gebirge
Heilpädagogische Praxis 3: Aufbau eines gemeinwesenbasierten Programms in den Kadambur-Bergen Südindiens

II Heimkehr

De deprivatione – Bemerkung zur Vernachlässigung von Behinderung Dritte Welt
Brief zum Beheimatetsein, oder: die fortgesetzte Verfehlung von Ökonomismus und Heilpädagogik
Selbstbestimmt behindertes Wohnen auf dem Land – Beobachtung aus den fränkischen Haßbergen

III. Afrikanische Spiegelungen

Behindertes Schreiben – Eine Notiz zu Rene Philombe aus Kamerun
Der Widerspruch des Sembene Ousmane aus dem Senegal, oder: Abschweifung zur Selbsterziehung
Drei Notizen zu Chinua Achebe aus Nigeria

Ein anderes Nachwort ...oder ein Bericht von Lee Bach Bayram zum Treeworld-Projekt der Samanvaya-Schule in Bodhgaya, Bihar (1997)
Fachbibliographie Behinderung und Heilpädagogik im indischen Zusammenhang



Weitere Informationen
Autorentext:
Mit dem Buch liegt eine Aufsatzsammlung vor, die sich aus eigenen Indienerfahrungen speist – Besuchen, Hospitationen und Korrespondenzen. Es ist ein Zeitdokument der Beobachtung und Reflexion, besonders unter der Perspektive von Behinderung: ein Zeitdokument Anbetracht des rasenden Eindrucks, den das öffentliche (und althergebracht koloniale) Bild vom Elefanten Indien abgibt. Ein Elefant aber kann still, geruhsam und behäbig wirken, vielleicht sogar duldend und gequält. Er kann in seiner Wut und Kraft dennoch rasen, wirklich und vollmächtig. Selbst der heilige Hindulehrer Shankara des frühen Mittelalters (ca. 850 n.Chr.), der seinen Schülern die Welt aus Realien als unwirklich und Täuschung, als zauberische maya lehrte, rettete seine Haut und seine Knochen eilig und leibhaftig, als ein tobender Elefant seinen Schulort erreichte.
Sehr wirklich und bedrohlich ist die Wut – oder die Freiheit oder die Liebe. Maya ist die Kraft, welche die Welt in ihrer Vorfindlichkeit verstehen will. Diese Aussage könnte sinngemäß auch eine von Karl Jaspers gewesen sein, des lebenslang von Krankheit und Totalitarismus bedrohten Existenzphilosophen. Die Wirklichkeit zu fassen, die Existenz zu verstehen und zu meistern, zeigt sich umso mehr geboten bei der Frage um Behinderung und ihrer Abhilfe. Sie ist eine lebensgeschichtliche Frage, und jede/ jeder mag für sich selber antworten, was sie einem anginge. Manche Frage, nicht selten die wesentliche, tritt ungebeten auf einen zu, sie mag sich maya heißen lassen.