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Schön ist das nicht! - Aus dem Alltag der ambulanten Pflege

 
Peter Klös; Bernard Simon

Schön ist das nicht! - Aus dem Alltag der ambulanten Pflege
Artikel Nr.: 808
ISBN: 978-3-86585-808-5
ISSN: 1864-5569
Seitenanzahl: 123

Preis: 23,90 EUR
(inkl. 7% MwSt.)

Anzahl:

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Inhalt:

Vorweg (Namen sind geändert)

Frau Grohmann, action im Riederwald − Frau Räschke, Langener Geschichte

Die Schaefers, eine lange Ehe − Frau Schohmann-El-Kantaoui

Neues aus der Puppenstube − Herr Metternich, der Seemann

Herr Römers, Spaß trotz Demenz − Frau Woronek, 103 und gut drauf

Die Komorowskis, klagen ohne Leiden − Frau Wagner, Tee und Flirt

The dark side of the moon – einige unangenehme Seiten der ambulanten Pflege

Frau Stegner und Sohn − Nachbarn und Aggression




Weitere Informationen
Autorentext:

Hässlichkeit, Krankheit und – vor allen Dingen – das Alter mit seinen dazugehörenden Krankheiten zählen zu den Tabus der modernen Gesellschaft. Alt sein, krank sein – oder beides zusammen – finden in unserer modernen Welt keine Lobby und keine Fürsprache.

Alter, das ist verbunden mit Kosten, die die Jüngeren tragen müssen; bei der Pflegeversicherung wird mehr gestöhnt als beim Solidaritätszuschlag oder der Kirchensteuer. Alter – das ist eine Belastung, und zwar nicht nur für die, die alt sind, sondern auch für die, die sich nicht vorstellen können, irgendwann einmal alt zu sein.

Alt sein heißt, von wenigen Ausnahmen einmal abgesehen, abgehängt zu sein von den Kommunikationsmitteln und -gepflogenheiten. Wer über siebzig nutzt das Internet, Facebook oder gar Twitter? Niemand scheint sich, obwohl das Durchschnittsalter ständig steigt und wir bald eine Gesellschaft von hauptsächlich über 50-jährigen sein werden, wirklich für das Alter zu interessieren. Noch weniger für die Leiden und Gebrechen, die ein steigendes Lebensalter mit sich bringt.

Alte Menschen brauchen immer mehr Pflege, wenn sie nicht mehr in der Lage sind, sich selbst zu helfen und die Dinge des täglichen Leben zu regeln.

Familienstrukturen haben sich längst dahingehend umgestellt, dass Oma und Opa kein natürlicher Bestandteil von modernen Familien mehr sind. Und somit auch nicht mehr ihren Lebensabend und ihr unvermeidliches Ende im Kreis einer Familie erleben können. Die Realität alter Menschen ist Einsamkeit und Altersheim. Glücklich sind diejenigen, die ihr Alter noch in ihren eigenen vier Wänden verbringen können, obwohl vielleicht ein ambulanter Pflegedienst oft den einzigen Kontakt zur Außenwelt für ein paar Minuten am Tag darstellt. Aber auch nur dann, wenn keine Krankheiten (z. B. Alzheimer) vorliegen, die die Beweglichkeit, Kommunikation und Wahrnehmung der Kontakte beeinträchtigen. Sind die Gebrechen erheblich, bleibt nur noch der Weg in die stationäre Pflege.

Doch beide Arme der Altenpflege sind gekennzeichnet vom so genannten Pflegenotstand. Das meint: Kaum jemand möchte in der Altenpflege arbeiten. Pflegeheime und ambulante Dienst suchen händeringend Leute, der Anteil von nichtexaminierten Pflegekräften ist hoch. Von alten Menschen und einigen Situationen, die wir mit ihnen erlebt haben, soll hier die Rede sein. Wir möchten denen, die Altenpflege nur vom entfernten Hörensagen kennen, einen Einblick in unser Metier vermitteln und möchten Kolleginnen und Kollegen zeigen, dass die Arbeit in diesem Job auch mehr Spaß machen kann, als man üblicherweise annimmt. Es geht hier um alte Menschen, die wir in unserem Arbeitsalltag in einem ambulanten Pflegedienst kennen gelernt haben und die wir zum großen Teil heute noch betreuen.