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Jahrbuch 21: Überwindung der Kolonisierung in Afrika - Paulo Freire und Bewusstseinsbildung

 
Joachim Dabisch (Hrsg.)

Jahrbuch 21: Überwindung der Kolonisierung in Afrika - Paulo Freire und Bewusstseinsbildung
Artikel Nr.: 021
ISBN: 978-3-86585-021-8
Seitenanzahl: 156

Preis: 24,90 EUR
(inkl. 7% MwSt.)

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Inhalt:

Joachim Dabisch: Vorwort
Arnold Köpcke-Duttler: Dekolonisierung in Afrika als Aufarbeitung
Manfred Peters: Die Pädagogik der Bewusstseinsbildung in Afrika
Julien Bobineau: Postkoloniale Selbstbestimmung und „traditionelle Afrikanität“ am Beispiel Zaire
Arnold Köpcke-Duttler: Zur Dekolonialisierung des Denkens
Thomas Friedrich: Zur Diskussion um das Berliner Humboldt Forum
Fabian Lehmann: Das Humboldt Forum in der Kritik
Jos Schnurer: Afrika als Erbe der Menschen
Monika Ullmann: Hilfe zur Selbsthilfe
Arnold Köpcke-Duttler: Grundgedanken der Menschenrechte in Afrika
Wolfgang Kreissl-Dörfler: Der Einfluss Paulo Freires auf Leben und Arbeit
Thomas Friedrich: Das dialogische Verhältnis als Grundlage zur Überwindung des Anderssein
Margit Ostertag: Themenzentrierte Interaktion (TZI) als Pädagogik der Verständigung
Dieter Wolfer: Ein Jugend-Kultur-Tunnel für Beteiligung und Begegnung
Heinz-Peter Gerhardt: Europa will geschaffen werden
Aisha Gerhardt: Erfahrungen im Studienaufenthalt in Frankreich
Ulrike Schlue: Eine Idee wird Realität



Weitere Informationen
Autorentext:
Einer der Arbeitsschwerpunkte Paulo Freires ist über mehrere Jahre in Afrika gewesen. In verschiedenen früheren portugiesischen Kolonien ging er mit den Menschen den Zielen der Befreiungsbewegungen entgegen und fragte unter anderem, ob es nach Jahrhunderten der Kolonialgeschichte noch afrikanische Lebensweisen, Produktionsverhältnisse, Kulturen, Sozialwesen gebe, die zu entdecken und zu erneuern seien. In seinen verschiedenen Kampagnen ging es ihm um die Entkolonialisierung des Bewusstseins. Überall – auch im Gesundheits- und Erziehungswesen, in der landwirtschaftlichen Beratung sei es von zentraler Bedeutung, dass das Volk sich seiner eigenen Geschichte bemächtige, das koloniale Erbe zu überwinden, sich selber in dem Prozess der Aneignung von Geschichte zu stärken, seinen eigenen Weg der Befreiung zu gehen. Dabei war ihm der Gedanke Amilcar Cabrals nahe, es gebe keine Revolution, keine Befreiung ohne Träume nach vorne, ohne die Sehnsucht nach einer menschlichen Zukunft. In einem seiner Handbücher der Volkskultur wird ein Rechtsgedanke betont: „Das Recht unseres Volkes, das jetzt frei von kolonialistischer Ausbeutung ist, zu lesen, zu schreiben, schöpferisch zu sein, sich auszudrücken, seine Kultur zu entfalten.“ Gegen die kapitalistische Politik der Kolonialisten gerichtet, wurde die Schöpfung einer wirklich gerechten Gesellschaft in die Hände des Volkes gegeben – einer Gesellschaft ohne Ausbeuter und Ausgebeutete, einer veränderten Welt der schöpferischen Arbeit. So heißt es unter der Überschrift „Arbeit und Veränderung der Welt“: „Der Baum gehört zur Welt der Natur. Das Boot, das Antonio und Pedro machten, gehört zur Welt der Kultur, die die Menschen durch schöpferische Arbeit erschaffen.“ Diese nicht-entfremdende Arbeit gebe den Frauen und Männern ihre Würde, ihre gegenseitige Achtung. Arbeit wird hier gedeutet als Beitrag zur Schaffung einer gerechten Gesellschaft, einer Gesellschaft ohne Ausbeuter und Ausgebeutete – freilich in dem gemeinsamen Gehen eines langen Wegs, in der solidarischen und dialogischen Gestaltung eines geschichtlichen Prozesses.