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Gesellschaftlicher Wandel und veränderte Lebenswelt bei Jugendlichen in Südkorea.

 
Young-Ran Kim

Gesellschaftlicher Wandel und veränderte Lebenswelt bei Jugendlichen in Südkorea.
Artikel Nr.: 114
ISBN: 978-3-86585-114-7
ISSN: 1439-0091
Seitenanzahl: 44

Preis: 13,50 EUR
(inkl. 7% MwSt.)

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Inhalt:

Erziehung und Bildung im Hinblick auf Schulabschluss, Arbeitsmarkt und Wertorientierung
1. Gesellschaftlicher Wandel und Bildungsexpansion

2. Familie und Erziehung zwischen Tradition und Moderne



3. Wechselwirkungen zwischen Bildungssystem und Arbeitsmarkt



4. Wertorientierungen



Weitere Informationen
Autorentext:
Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts stand das Bildungssystem in Korea stark unter konfuzianischem Einfluss. Die Hochschätzung der Bildung bei Koreanern wurde wäh-rend des Modernisierungs- und Industrialisierungsprozesses als ein wichtiger Faktor verstanden, durch den Südkorea zu einem Industriestaat werden konnte. Der Bildungsboom und die Bildungsexpansion stehen daher in Südkorea in Zusammenhang mit dem Industrialisierungs- und Modernisierungsprozess, der in den 60er Jahren angefangen hat. Der Schulabschluss ist eine wichtige Voraussetzung für den sozialen Erfolg geworden.


Aber seit der Bildungsexpansion in der Mitte der 80er Jahre wurde Bildung zunehmend als ein problematischer Faktor in der Gesellschaft angesehen. Der Grund dafür ist in der Aufwertung und gleichzeitigen Entwertung der Bildung zu sehen. Der gesellschaftliche Wandel brachte eine Vielzahl von Veränderungen, nicht nur auf ökonomischen und wirtschaftlichen Ebenen, sondern auch in den Familien und in der Familienerziehung. Die Elterngeneration stand zwischen Tradition und Moderne und  zwischen alten und neuen Werten. Bildung und Schulleistung der Kinder werden jetzt in der Familienerziehung mehr betont als die konfuzianische Sitte oder Lehre, denn der Arbeitsmarkt wurde zunehmend enger und konkurrenter, und der Schulabschluss ist der absolut wichtigste Maßstab geworden, um einen guten Lebenstandard zu erreichen. 



Die Kindererziehung ist in der traditionellen Familie in Südkorea nach der konfuzianischen Lehre streng geregelt. Vor allem wird die Umgangsform Yeeuibeumjeul in der Familienerziehung als wichtig angesehen. Die Eltern lehren ihre Kinder beständig gute Umgangsformen. Dazu gehört die formelle Etikette, z.B. Begrüßungsritual, Etikette beim Essen, beim Reden, sprachlicher Ausdruck, usw. In Korea glaubt man, dass Manieren und Verhalten des Kindes die der Eltern spiegeln.



Wenn die Eltern gute Manieren haben, ahmen ihre Kinder sie nach und lernen so gute Manieren. Wenn die Eltern schlechte Manieren haben, lernen ihre Kinder demzufolge nur schlechte Manieren. Kinder werden in der Gesellschaft mit ihren Eltern identifiziert, umgekehrt die Eltern mit ihren Kindern. In diesem Sinne sieht man in Südkorea den schulischen Erfolg des Kindes als den der Eltern an. „Ich“ bezieht sich nicht nur auf das Individuum allein, sondern auch stark auf die Rolle als ein Familienmitglied und als Gesellschaftsmitglied. Deshalb sind die Umgangsformen und Manieren so wichtig, schließlich lebt man nicht allein, sondern mit anderen zusammen. Man soll auf andere Leute Rücksicht nehmen und mit ihnen möglichst harmonieren. 



Mit dem Lehren der gesamten formellen Etikette Yeeuibeumjeul beginnen die Eltern nicht erst nach der Geburt ihres Kindes, sondern schon während der Schwangerschaft. Das heißt, in dieser Phase achten die Eltern, vor allem die Mütter, auf ihr Verhalten und Essen, damit das ungeborene Kind nur gute Vorsorge bekommt und darüber hinaus, damit das ungeborene Kind schon richtige Manieren lernt. Das nennt man in Korea Taekyo, eine geistige und körperliche Vorsorge während der Schwangerschaft.