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Bühne frei für Forschungstheater. Theatrale Inszenierungen als wissenschaftlicher Erkenntnisprozess.

 
Margret Bülow-Schramm; Dietlinde Gipser; Doris Krohn

Bühne frei für Forschungstheater. Theatrale Inszenierungen als wissenschaftlicher Erkenntnisprozess.
Artikel Nr.: 317
ISBN: 978-3-86585-317-2
ISSN: 1612-2305
Seitenanzahl: 317

Preis: 27,90 EUR
(inkl. 7% MwSt.)

Anzahl:

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Inhalt:

Theatrale Inszenierungen als wissenschaftlicher Erkenntnisprozess

  • I Theater und Hochschule

    • Doris Krohn: Von Seeräubern, Ameisen, Spiegeln und Lampen. Ein Brückenschlag von der Tagungseröffnung zu inszenierter Poesie mit Studierenden aus aller Welt und umgekehrt.
       
    • Michael Wrentschur: "Sie erfahren eine Zuspitzung..." - Impressionen eines Praxisworkshops zum szenisch-partizipativen Forschen. Der Versuch einer Rekonstruktion.
       
    • Jörg Holkenbrink: Lügen, Stehlen, Ausbilden - Zur Arbeitsweise des Theaters der Versammlung.
       
    • Gerd Koch: Ungleichzeitigkeiten entdecken und bearbeiten. Zum szenischen Spiel und Theater mit Spielangeboten aus Bertolt Brechts "Bösem Baal dem asozialen".
       
    • Margret Bülow-Schramm, Dietlinde Gipser: Theater mit dem Habitus. Zur forschungsbasierten szenischen Arbeit am brüchigen Habitus von HochschullehrerInnen.
       
    • Jutta Heppekausen: Playbacktheater auf Wanderschaft: Badische Schulgeschichten abgelauscht und in Szene gesetzt.
       
    • Manfred Schewe: Zur Inszenierung von Fremd- und Zweitsprache - von 1850 bis heute.
       


     


  • II Szenisches Forschen mit szenischen Methoden

    • Michael Wrentschur: Forschen mit Methoden des Theaters und des szenischen Spiels. Ein Zwischenbericht.
       
    • Dietlinde Gipser: Hochschultheater. Wege zu einer emanzipatorischen Forschungspraxis.
       
    • Paula Kramer: Performing Research - Researching Performance in South Africa. Methodological Musings on Research Praxis and Theatre as Research.
       
    • Gerd Koch: Wirkungen erforschen - auch eine theaterpädagogische Aufgabe.
       
    • Hedwig Golpon: "Alles Simulanten".
       
    • Bärbel Jogschies: Scharlatane und Simulanten.
       
    • Hedwig Golpon: "Alles falsch".
       


     


  • III Bewegter Körper setzt Geist in Bewegung

    • Friederike Lampert: Lernen und Verstehen durch künstlerische Rekonstruktion. Improvisation und systematisierter Zufall im Tanz - eine Tanzperformance.
       
    • Katharina Lammers: Bewegter Körper setzt Geist in Bewegung - ein theatrales Experiment Sandra Masemann / Barbara Messer 5,4,3,2,1... los - Improvisation im Hochschulkontext.
       
    • Norbert Knitsch: Farben hören, Geräusche riechen und Töne fühlen: Eine sinnliche Theaterarbeit in der Kinder und Jugendpsychiatrie.
       


     



Weitere Informationen
Autorentext:
Dieses Buch entspringt einer Tagung Theatrale Inszenierungen als wissenschaftlicher Erkenntnisprozess, die im Mai 2006 an der Universität Hamburg sowie im Thalia-Theater in der Gaußstraße organisiert wurde. Es handelte sich um die vierte Fachtagung des Theaternetzwerks Theater in der Lehre. Die Tagung wurde initiiert und getragen von dem Netzwerk „Theater in der Lehre“ in der Arbeitsgemeinschaft für Hochschuldidaktik (AHD e.V.) und organisiert von dem Hamburger Team Prof. Dr. Margret Bülow-Schramm, Prof. Dr. Dietlinde Gipser, Doris Krohn und Martina Elsner. Auf der Tagung, die Theaterpädagogik in der Hochschullehre und -forschung in neuer Weise thematisierte, wurde von namhaften Künstlern und Wissenschaftlern ausgelotet und experimentell analysiert, welchen Anteil Körper, Bewegung, Inszenierung an Erkenntnisprozessen hat. Es ging um hochschuldidaktische Felder und Formate, in denen theatral, d.h. mit Theatertechniken, gearbeitet werden kann. Nicht nur bekannte Techniken sollten in Hochschulunterricht und -forschung zu deren Bereicherung eingebracht werden. Diese Einseitig- und Eindeutigkeit sollte zugunsten ästhetischer Vieldeutigkeit durch die Veranstaltung von Experimenten vermieden werden. So vielseitig die Inszenierungen auf dieser Tagung waren, so vielschichtig waren ihr Bedeutungsgehalt und die ausgelösten Prozesse bei Lehrenden und Lernenden. Die TeilnehmerInnen experimentierten mit theatralem Spiel, Tanz und Inszenierungsmethoden zur Gestaltung von Lehr-/ Lernsituationen an der Hochschule. Gemeinsam werteten Protagonistinnen und „Zuschauspielerinnen“ (Augusto Boal) die dabei gewonnenen Erfahrungen im Hinblick auf eine innovative Didaktik der Hochschullehre und subjektorientierte Forschungsverfahren aus. Dem lag ein radikal didaktischer Umgang mit der Lehre zugrunde, bei dem die Subjekte des Lernens vorrangig vor den Objekten und Lernfortschritte als Leistungen kaum vom Subjekt abtrennbar sind. Andererseits eröffnet das ein Erkenntnispotential, das dazu drängt, Theatralität als Forschungsmethode einzusetzen. Dann aber muss die Erkenntnis von der spezifischen zeitlichen Situation ihres Entstehens gelöst und nachvollziehbar gemacht werden. Hierin wird vielleicht am meisten deutlich, wie schwierig es ist, Wissensbestände aus Situationen heraus aufzubauen, in denen spontane Einfälle den Fortgang des Lernprozesses bestimmen und ohne Gefährdung dieser Entwicklung auch nicht aufzuhalten sind, um sie festzuhalten, zu objektivieren. Die Tanzperfomance erleichterte den Zugang zu und das Einfinden in Tanz durch formalisierte Verfahren - das Improvisationskonzept ist eine wertvolle Methode: Improvisation ist in allen Prozessen angebracht und sinnvoll - das Alphabet des Körpers sollte als Propädeutikum im Studium verpflichtend sein - der Verlauf des workshops zu szenisch partizipativem Forschen mit der Krise und der folgenden Katharsis zeigt: wir müssen bei Theaterarbeit Risiken eingehen – die Dichotomie Künstler – Forscher wurde in der Konfrontation erfahrbar gemacht - Zufallsgenerator wie in der Tanzperformance (durch zufällige Kombination der Übungen 1–6 und deren Variation) und im Klick zeigt neue Sinnhorizonte.